Gegendarsteller

Hallo

Man nennt mich Fidel, Ich mache Interaction & Web Design. Hier geht es aber auch um Anderes.
Wer mag, darf mir folgen, mich abonnieren, oder sehen was ich wirklich mache.

Warum warten toll und das Land doof ist 16. August 2012

Waschsalons bilden eine faszinierendes Abbild von Grossstädten, Anonymität bildet die Grundlage, das Streben nach Optimierung und Perfektion, industrieller Abfertigung, obgleich die Farbe von den Wänden blättert und sich in jeder Ecke Waschmittel ansammelt. Und dann das Warten, mit dem man den Grossteil seiner Zeit zu tun hat.
Wie füllt man Wartezeiten? Die dreissig Minuten im Waschsalon, die fünf Minuten in der U-Bahnstation oder die drei an der Supermarktkasse.
Ich bin kein Freund von Zeitverschwendung oder, besser gesagt, vom untätigen Herumstehen, woraus manche wohl schliessen würden, dass ich Wartezeit hassen müsse.
Nein, beim Warten hat man Zeit und Zeit kann man nutzen. Würde ich die Zeit zu Hause verbringen, bekäme ich plötzlich Hunger und würde planlos zwischen Schreibtisch und Kühlschrank pendeln (oder hätte plötzlich für drei Minuten Lust aufzuräumen).
Warten ist super. Warten ist Freizeit mit eingeschränkten Möglichkeiten, welche sich aber durch Erwerb und stetiger Mitnahme von spezifischen, wartezeittauglichen Objekten problemlos auf ein geradezu optimales Mass erweitern lässt. Von solchen Gegenständen führe ich neben einer Tasche standardmässig folgende fünf bei mir:

1. Ein gutes Telefon, zum telefonieren, Twitter lesen, mal Facebook, mal Skype und mal Wikipedia nutzen.
2. Ein iPad. Ohne 3G, Internet lenkt ab. Zum lesen, schreiben und was man sonst noch so mag. Ist einfach toll.
3. Ein gutes Buch, oft handlicher als das iPad und läuft auch ohne Strom.
4. Ein Notizblock, für Skizzen und zum Ausarbeiten von Konzepten, da sich mit einem Notizblock besser denken lässt als mit dem iPad.
5. Einen Stift, sonst nützt auch das Notizbuch nichts.

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Bevor man aus der Tür tritt natürlich noch versichern, Geld, Schlüssel und gute Kopfhörer, damit man nicht beim Warten gestört wird, einzupacken. Und schon kann man sich ins Getümmel der Grossstadt stürzen (aber nichts überstürzen, wieso auf die U-Bahn rennen, wenn man auch warten könnte).
Erst gestern war ich auf dem Land, irgendwo zwischen München und Österreich. Ich mache sowas selten, ich mag das Land, ganz allgemein, nicht sonderlich. Um ehrlich zu Sein, war es das erste Mal, seitdem ich in München wohne, dass ich mich aufs Land vorgewagt habe. Es ist mir zu ruhig, und wenn man da wohnt und nicht häufig in die nächste Stadt fährt, wartet man halt zu wenig.

Waschsalons gibt es auch nicht. Aber vielleicht würde man sich auch dran gewöhnen.

Ein paar Wochen München und ich schreib mal wieder. 13. Mai 2012

Schreib mal wieder

Ich las das, ganz in der Nähe von da, wo ich seit einer Woche wohne (Irgendwo westlich, halbzentral in einer fast kleinstädtisch gemütlich-trostlosen Dreiparteienhäusergegend), jedenfalls macht man sich dann schon Gedanken über Post, was unsereins ja eher selten, und wenn, dann meist in Paketform von Amazon, erhält. Wobei ich darauf gar nicht näher eingehen möchte, denn ich glaube nicht, dass ich euren Gedanken zum Thema noch etwas hinzuzufügen hätte und ich würde jetzt am liebsten diesen Text mit einem Füller auf leicht gelbliches Papier übertragen, mit einem Abzug des Fotos in Briefumschläge stecken und an sämtliche Leute, die ich kenne, schicken (Wobei die einzigen Adressen, die mir einfallen meine jetzige und meine eheamigen sind).

Weil es schön ist, auch ich es doch nicht mache.

München 1 28. April 2012

Es sollte neu werden, daher sieht das jetzt auch neu aus. 16. April 2012

Ich weiss nicht so recht ob es mir auch überhaupt gefällt, und vielleicht ändert es sich auch wieder, so viel zum Design. Der Inhalt ist aber auch wichtig und da wird sich, so lautet der Plan, auch einiges ändern. Ich dachte da auch an Fotos, aber ich kann nicht sonderlich gut fotografieren, und das Wetter macht es auch nicht unbedingt besser. Vielleicht werde ich aber auch mehr über Sachen schreiben, die mich tatsächlich interessieren und nicht nur belanglose Auffreger meinerseits sind und überhaupt sollte hier natürlich auch mehr Inhalt kommen.
Während meiner letzter Artikel noch aus Dresden kam (oder wieder) und ich danach zurück in Zürich war bin ich inzwischen Praktikant in München, werde vielleicht demnächst studieren, dazu aber wohl ein anderes Mal mehr.
Die letzten beiden Wochenenden habe ich mich mal wieder etwas mehr mit Interaction Design befasst und in Processing eine kleine Anwendung geschrieben, die es erlaubt Sachen, durch Bewegung von farbigen Objekten vor der Webcam, zu steuern. Mag sein, dass es auch dazu bald mehr gibt.

Macht es jut.

Kommentar zu den Jahren 04. Januar 2012

Es ist schon etwas länger her, dass ich hier was veröffentlichte. Unter Anderem ist das aber auch dem zuzuschreiben, dass sich der letzte Artikel samt einigen anderen wichtigen Daten, die noch nicht gebackupt waren verabschiedet hat. Andererseits ist es natürlich auch mir zuzuschreiben, meiner Faulheit und meiner Inkompetenz im Vervollständigen angefangener Blogartikel.
Ich bin kein grosser verfechter vom Weihnachtsfest und auch zu Silvester habe ich Schwierigkeiten überhaupt bis Mitternacht durchzuhalten. Aber wieso muss den auch überall Alkohol rumstehen?
Äusserst erfreuend ist natürlich auch das antreffen von Freunden, die man länger nicht gesehen hat, merkwürdiger Weise läuft sowas aber auch auf mehr Alkohol hinaus als auf intensiven Austausch, was man so im letzten halben Jahr gemacht hat.
Es wäre ja schon recht nett Silvester ruhig zu verbringen, eher zu Hause zu bleiben und aus dem Fenster zu schauen. Es wäre nett, dann einfach am 1. Januar sich mit Freunden zu treffen, erst zum Kaffee, gefolgt von Bier, Cocktails und Longdrinks und den Club erst am nächsten Morgen nach zwei, drei Shots zu verlassen. Aber am 1. läuft ja nichts. Natürlich läuft nichts am Abend des Tages, an dem wohl die meisten verkatert aufwachen und sich wundern, wie sie überhaupt noch nach Hause gekommen sind.
Und so macht man dann doch immer mit im Rausch, trifft sich schon am frühen Abend, beginnt viel zu früh zu trinken und lässt nach zwölf nur noch zum Anstossen das Glas oder die Flasche vom Mund, drängt sich durch die Massen, verliert sich und findet sich wieder.
Man denkt sich, dass neue Jahr bringe grosse Neuigkeiten, was auch stimmen mag, und dennoch ist es nicht der Umbruch des Jahres der diese Änderungen herbeiführt, sondern die Änderungen selbst. Nach wie vor steht noch nicht fest, was ich im nächsten halben Jahr machen werde, und ob ich das, was ich danach machen will, auch machen kann weiss ich auch erst im April. Im Falle einer Zusage aber so krass zu feiern wie vor vier Tagen scheint gleich unangemessen, allein schon da ich gar nicht weiss wo und mit wem ich mich gerade dann Aufhalten werde.
Natürlich macht diese Ungewissheit gerade den Reiz des neuen Jahres aus, vergangene Jahreswechsel in denen eh schon feststand wie das Jahr endet scheinen im Rückblick deutlich bedeutungsloser.
Früher war klar, dass etwas Unvorhergesehenes passieren müsste, damit sich irgendetwas wendet. Jetzt ist klar, dass Unvorhergesehenes passieren wird.
Es gibt vielleicht Leute, denen es Angst macht in ein unplanbares Jahr zu starten. Etwas Angst macht es mir auch, viel mehr geniesse ich es aber träumen zu können. Die Vorstellung, dass ich vielleicht in Berlin, in München, in Zürich oder ganz woanders leben werde macht mir Freude. Das Wissen darüber, dass es stressig wird mit Bewerbungen und Wohnungssuchen, wird überragt, von dem Wissen darüber, dass ich was erleben, dass ich etwas zu erzählen haben werde.
Und wenn ich noch nicht sagen kann wo, so steht doch relativ sicher fest, das es am Ende des Jahres wieder Grund genug zum feiern geben wird.