Gegendarsteller

Hallo

Man nennt mich Fidel, Ich mache Interaction & Web Design. Hier geht es aber auch um Anderes.
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Gedächtnisstütze 31. Mai 2011

Die Schrift diente der Speicherung von Informationen. Es wurde versucht möglichst viel zu speichern, später wurde mit dem Buchdruck eine Möglichkeit geschaffen Informationen schneller zu vervielfältigen. Das Internet führt das Ganze weiter, immer mehr kann immer schneller immer weiter verbreitet werden.
Informationsgesellschaft nennen wir uns, scheitern jedoch an einem bewussten Umgang mit Informationen.
Nur einen Bruchteil nehmen der Informationsflut nehmen wir auf, einen Bruchteil des Bruchteils verarbeiten wir. Aufgrund der Masse an Informationen ist das nicht anders möglich. Anstatt sich aber von der Flut unkontrolliert mitreißen zu lassen oder sich an einen sicheren Ort zurückzuziehen, sich von neuen Informationen abzuschotten, gilt es sich ein Boot zu bauen. Benötigt wird ein Filtermedium zwischen Flut und Mensch.
Wir brauchen da nichts Neues, lediglich eine Gedankenstütze um später wieder auf die Information oder Idee zurückgreifen zu können.
Das führen von Notizen wird kaum gewürdigt, Wikipedia beschreibt die Notiz lediglich in einigen zusammenhangslosen Sätzen. Ich würde eine Notiz als temporäre auf einem Medium festgehaltene Information bezeichnen. Dabei ist eine Notiz kein eigenständiges Produkt und ist meist nur für den Verfasser der Notiz vollständig erfassbar. Eine qualitativ hochwertige Notiz ist stark reduziert, erfordert aber sofortiges assoziieren der weiteren erheblichen Informationen.
Notizen sind Arbeitsmaterial, werden jedoch zu selten so behandelt. Das klassische Notizbuch ermöglicht jedoch lediglich das Notieren, ein bearbeiten, verändern und neu arrangieren der Information sind kaum möglich, ohne das man sich in einem unüberschaubaren Labyrinth aus Zeichen wiederfindet. Gegenüber dem einfachen Schreiben auf ein (auch gerne schon beschriebenem und bedrucktem) Blatt Papier hat das Notizbuch jedoch den Vorteil der Sammlung, wodurch einzelne Informationen zwar untergehen, aber nicht gänzlich verschwinden können.
Sticky Notes sind das schlimmste, sie rühmen sich damit Ordnung in das Leben des Notierenden zu bringen, dass diese jedoch von so kurzer Dauer ist und nach einem halben Tag auf Schreibtisch und Fußboden gefallen sind, sagt einem keiner.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit, Notizen auf seinem Mobiltelefon mitzuführen, Touchscreentelefone bieten annähernd die Displaygröße einer Notizblockseite. Vorteile die das Handy mit sich führt ist die Anbindung ans Internet, eine produktive und ständige Weiterentwicklung der Ideen wird möglich. Zwar schreibt man per Hand eher schneller als über die kleine Tastatur, auch das Zeichnen, sollte dies mal nötig sein, ist nur bedingt toll, dafür lassen sich Informationen anpassen und mit Sprachnotizen, Fotos und Filmen erweitern. Aber will man das?
Wirft man einen Blick in Apple’s Appstore, so stößt man auf eine Vielzahl von Apps, die das Notetaking, wie sie es nennen, revolutionieren wollen. Viele wollen sich nicht nur im Telefon sondern auch gleich noch auf dem Computer einnisten, keine Ahnung wofür ich das brauche, wenn ich am Computer sitze dann ist auch das Handy nicht fern. Ein komplett falsches Konzept scheinen mir diejenigen zu haben welche versuchen ein echtes Notizbuch eins zu eins zu übertragen und besonders absurd scheinen mir Anwendungen, die sich auf einen Anwendungsfall beschränken. Soll ich mir etwa für jede Tätigkeit ne eigene App kaufen um dann trotzdem nie genau zu wissen wo ich was finde. Vielleicht mag das bei einer Einkaufsliste noch funktionieren, das Einsatzgebiet der “Sexual To-Do-List”, erschließt sich mir jetzt doch nicht so recht.
Das Gesamtbild zeigt viele total überladene und umständlich zu bedienende Apps, bei den wenigen schlichten mit durchdachtem Bedienungskonzept fehlt mir dann doch immer noch die ein oder andere Funktion.
Wahrscheinlich bleibt es dabei, dass ich zu Hause auf rumliegende Zettel kritzle und unterwegs, sofern dabei, ins Notizbuch skizziere und ansonsten in den elektronischen Begleiter hacke, mich dabei Frage ob ich das wirklich will und feststelle, dass ich muss.
Notizen werden wohl nicht gewürdigt weil sie zwar nützliches Mittel, doch zu schwer zu handhaben, zu ordnen und zu kontrollieren sind.

Sein Boot durch die Flut zu navigieren ist nicht einfach.

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