Gegendarsteller

Hallo

Man nennt mich Fidel, Ich mache Interaction & Web Design. Hier geht es aber auch um Anderes.
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Was brauchen wir? 25. Juli 2011

Irgendwo in der Bibel steht was von Vögeln und Lilien auf dem Felde, dass diese nicht arbeiteten und sich nicht sorgten. Ich wollte eigentlich nicht mit der Bibel kommen, es ist mir nur gerade aufgefallen, dass eben jenes Zitat “Schaut die Lilien” nicht dem Film entstammt, von welchem mir eben diese Stelle als geeigneter Einstieg für mein Thema einfiel. Aber letztendlich ist es ja ziemlich egal, ob diese Wörter Monty Pythons Film oder doch der Bibel entstammen.
Unter physikalischer Betrachtung verrichten ja sowohl Lilien als auch Vögel Arbeit, sorgen werden sie sich jedoch nicht. Letztendlich fehlt es dafür, besonders den Blumen, an kognitiven Fähigkeiten.
Der Mensch jedoch, der ist besorgt und als wäre er mit seinen eigen Sorgen noch nicht längst überfordert, sorgt er sich auch noch um das Leben anderer. Es wäre natürlich auch möglich, das sich unsere kognitiven Fähigkeiten erst durch unsere Sorgen entwickeln konnten, aber anthropologischen Überlegungen wie diese und was nun was bewirkt hat, wende ich mich vielleicht das nächste mal zu.
Ich vermute jedoch, dass sich Sorgen maßgeblich an unseren Maßstäben an das Leben orientieren. Wer sich keine großen Ziele setzt, der muss sich auch nicht darum sorgen diese zu erreichen, will man jedoch die Karriereleiter aufsteigen, erfordert das mehr Abwägungen zu treffen, ob einem jetzt dieser oder jener Weg näher ans Ziel bringt. Das gleiche gilt auch für viel banalere Dinge, je weniger ich im Supermarkt einkaufe, desto weniger muss ich mich sorgen wie ich das jetzt nach Hause transportiert kriege. Es ist zwar nicht möglich ein komplett sorgenfreies Leben zu führen, man unterliegt ja schon irgendwelchen Verpflichtungen, die im Laufe des Lebens mit Arbeit, Familie und anderen Dingen eher zunehmen, aber eigentlich hat man doch in einem sogenannten Sozialstaat beste Vorraussetzungen für ein relativ sorgenfreies Leben.
Ich mein ich bin ja noch jung und da ich in den kommenden Wochen umziehen werde, stellt sich die Frage was ich denn zum Leben wirklich brauche, letztendlich ist ein Umzug ja auch eine ganz gute Gelegenheit sich von etlichem Zeug zu befreien.
Ich frage mich da, ob ich denn überhaupt mehr mitzunehmen brauche, als in einen zweiwöchigen Urlaub, was sich ja dann ja doch eher auf Kleidung und noch ein paar andere Sachen beschränken würde. Ich habe ja den Vorteil, dass ich neben den Möglichkeiten des Wegwerfens und des Mitnehmend noch die Möglichkeit des da Lassens und irgendwann später vielleicht mal holen habe, und das ich an meinem neuen Wohnort, sowohl ein Bett als auch einen Schreibtisch habe.
Das alles legt doch ganz nah, dass ich mit zwei Koffern den Zug besteige und zehn Stunden später diesen wieder verlassen werde.
Also wirklich, was habe ich denn in meinem Zimmer, was ich noch brauche?
Wie gesagt: die Kleidung, so Sachen wie Kamera und iPod. Der Computer ist ohnehin schon in die Jahre gekommen und wird dann durch einen neuen Laptop ersetzt, ein neues Handy kann ich mir ja auch vor Ort holen, da ich mein altes ja kaputt gemacht habe. Ein paar persönliche Dinge vielleicht noch, aber da ist nicht viel.
Fuck, das Fahrrad. Was mach ich mit dem, dass will ich mitnehmen. Ein so schönes und altes Rennrad findet man so leicht nicht wieder. Im Zug mit zwei Koffern und Rad wird schwer, zumal ich dann ja nicht mit dem ICE Fahren könnte. Ob man das vielleicht irgendwie verschicken kann? müsste ich mich dann mal informieren.
Eigentlich ist es doch ein hervorragendes Gefühl, sich von Zeug befreien zu können, Sachen abschütteln zu können, sich kaum Sorgen um den Umzug machen zu müssen und einfach handeln zu können.
Ist Freiheit nicht wenig Verpflichtungen zu haben? Man schränkt sich doch sonst zu sehr ein. Das ist doch das, was George Clooney in “Up in the Air” predigt. Auch wenn der Film letztendlich auch zeigt, dass es nicht ganz ohne Halt geht, und das auch eben diese Freiheit zu leben, Freundschaften unmöglich macht, welche zwar Verpflichtungen sind, die man aber auch gerne bereit ist einzugehen.
Aber wieso sind Sorgen dann so negativ besetzt, kann man nicht froh sein sich auch mal sorgen zu dürfen?

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