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Man nennt mich Fidel, Ich mache Interaction & Web Design. Hier geht es aber auch um Anderes.
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Verspätung, wie immer. 13. August 2011

Immer wieder hört man, wie sich Leute über die Bahn beschweren, abseits von ausgefallenen Klimaanlagen oder Durchfahrten durch Wolfsburg, die durch die Presse getragen werden, handelt es sich hierbei meist um Verspätungen oder verpasste Anschlüsse.
Es ist völlig klar, dass sich Verspätungen nicht vermeiden lassen und das nicht jeder Zug auf jeden warten kann, ohne dass das gesamte Netz zusammenbricht.
Die Bahn bietet ja für solche Fälle auch einen relativ guten Service: Die Angabe alternativer Reiserouten, bezahlte Taxifahrten und Hotelübernachtungen. Zu selten werden Allerdings Einsatzzüge bereitgestellt, sodass manche Alternativroute schlichtweg überfüllt ist. Schuld daran sind sicherlich auch die Wochenendstickets, Quer-Durchs-Land-Tickets, und eben all jene, die kaum oder, wie alle zugbindungsfreien Tickets, nur begrenzt viel Informationen über das Fahrgastaufkommen auf bestimmten Strecken verraten. Über Monate und Jahre hinweg sollte es der DB aber trotzdem möglich sein das Fahrgastverhalten so zu analysieren um überfüllte Züge oder etwaige Problemstrecken möglichst vermieden werden.
Ich möchte nicht ausschließen, dass solche Analysen getätigt werden anhand derer Fahrplanoptimierungen durchgeführt werden, doch lässt sich sowas als Fahrgast nur schwer feststellen. Zumindest stellt man nur fest, wenn solche Analysen nicht getan werden oder deren Umsetzung versagt.
Wie bereits erwähnt bin ich größtenteils mit der Bahn zufrieden, auch kann ich meist das nötige Verständnis aufbringen, um das gebeten wird.
Allerdings ist mir in den vergangenen vier Jahren eine Strecke aufgefallen, für die ich kein Verständnis mehr aufweisen kann. Wieder sitze ich in dem Zug (derzeit zwanzig Minuten Verspätung), der mir in den letzten vier Jahren als wichtige Verbindung von Dresden aus in den Süden Deutschlands und darüber hinaus zu reisen.
Fast fünf Stunden sollte eben jener IRE benötigen um nach Nürnberg zu gelangen. Die Ergänzung “Express” wirkt zwangsweise ironisch, wenn man bedenkt wie weit man auf anderen Zugstrecken in dieser Zeit kommt.
Ich könnte jetzt ausführlich die Erlebnisse dieser Fahrten Schildern, die ja im Nachhinein ganz amüsant wirken. So kostete das Europa-Spezial-Ticket die Bahn etwa 110 Schweizer Franken für mein Taxi, der Zug musste wegen defekter Toillette einen 25-minütigen Zwischenstopp einlegen, etliche Fahrgäste erreichten vorletzte Weihnachten nicht ihr Ziel, da der Zug bereits in Dresden gnadenlos überfüllt war (ganz gut war auch eine Durchsage, die darüber informierte, dass “alle Anschlüsse selbstverständlich nicht” erreich werden oder die Bezeichnung einer Verspätung als “planmäßige Verspätung”).
Ich denke, dass man hier keinesfalls mehr von unglücklichen Zufällen sprechen kann (ich kann mich nicht errinern in diesem Zug jemals nicht mindestens 10 Minuten verspätung gehabt zu haben), noch viel mehr denke ich, dass es eigentlich eine erbärliche Unverschämtheit ist, jedesmal erneut um Entschuldigung zu bitten.
Nach Angaben anderer Reisender (ich habe es nicht überprüft) wurde diese Strecke sogar zu einer ICE-kompatiblen umgebaut (oder man hatte zumindest damit angefangen), wurde jedoch bei der “Jahrhundertflut” 2001 oder 2002 glaube ich, beschädigt und das Projekt somit begraben.
Ich vermute, dass hier ein Fehler im Analyse System der Deutschen Bahn vorliegt, da sicherlich recht viele Fahrgäste auf die preiswerten aber komplett unverbindlichen Regionalzug Fahrkarten setzen, wird die Bedeutung der Strecke unterschätzt. In der Verkaufsstatistik der Fahrkarten fällt diese Strecke weg, was sicherlich anders wäre wenn man ein Blick auf die Verbindungsanfragen werfen würde.
Auch wenn ich das unverbindliche Ticket kaufe, ich wäre trotzdem an einer Schnellzugverbindung interessiert gewesen, und wäre auch bereit gewesen dafür mehr zu zahlen.
Nun ist es vorerst das letzte Mal, dass ich diese Strecke fahre und die Zukunft dieser Verbindung könnte mir egal sein, aber es gibt auch gewisse Grenzen, die das amüsante bei weitem übersteigen.
Die Person, die neben mir sitzt, wird ihren Anschluss nicht erreichen, die Bahn möchte sie jedoch nicht ICE fahren lassen, ihr aber dafür ein Hotel in Berlin (so weit würde sie noch kommen) bezahlen. Ich hätte ja nichts gegen eine Nacht in Berlin einzuwenden, doch ist die Frau neben mir schon seit 24 Stunden unterwegs und schwerbehindert.
Sie würde liebend gerne noch Heute zu Hause ankommen.

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