Gegendarsteller

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Man nennt mich Fidel, Ich mache Interaction & Web Design. Hier geht es aber auch um Anderes.
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Ein Freund ist keine Person, er ist eine Geschichte. 19. August 2011

Es dauert wohl, bis man Freundschaften nicht mehr als selbstverständlich betrachtet. Vielleicht ist selbstverständlich auch das falsche Wort, ich möchte eher auf den Wert, auf den persönlichen Wert, einer Freundschaft hinaus.
Ich habe die Stadt verlassen in der die meisten der Freundschaften entstanden sind, die mir wichtig sind. Die Stadt in der auch die meisten der mir wichtigen Freunde noch sind. Auch das wird sich ändern, recht bald. Nicht nur weil auch ebendiese Freunde die Stadt verlassen, die auch daher zumindest etwas meine Heimatstadt geworden ist, auch wenn ich gerne bestreite Dresden als meine Heimatstadt zu bezeichnen, denn auch dahin bin ich gezogen, sondern auch weil ich schon bald durch mein Studium neue Freunde hier finden werde.
Es ist nur diese eine Woche, die jetzt fast zu Ende ist, in der ich hier niemand habe, mit dem ich ausgehen, mit dem ich mich unterhalten kann habe.
Eigentlich nichts zu besonderes, schließlich gilt ähnliches für die meisten Reisen der vergangenen Jahre. Anders ist jedoch, dass ich weiß, dass ich meine alten Freunde so bald nicht wieder sehen werde. Einige werde ich vielleicht sogar nie mehr sehen.
Wieviel ich mit jenen Freunden überhaupt noch zu tun habe, kann ich natürlich überhaupt nicht sagen. Im Vergleich zu Generationen vor uns, sind wir ja deutlich besser verbunden. Facebook führt mir schließlich fast Alle aus meiner Klassenstufe als Freunde auf. Natürlich bin ich nicht mit jedem befreundet, um ehrlich zu sein, habe ich sehr viele blockiert, da mich nicht wirklich interessiert was diese machen, speziell welche Facebookanwendungen sie nutzen. Aber das ist egal, schließlich hätte ich ja dennoch die Möglichkeit über Facebook mit ihnen Kontakt aufzunehmen, sollte ich mich irgendwann mal danach sehnen.
Ich gehe prinzipiell nicht davon aus, dass Facebook an dem Umgang mit alten Freunden viel ändern kann, was es aber ermöglicht ist, sofern beide Seiten gewillt sind, eine alte Freundschaft recht unkompliziert wieder aufleben zu lassen. Zumindest könnte man mal, wenn man sich grade in der selben Stadt aufhält, ein Bier oder ein Kaffee zusammen trinken.
Was uns bleibt ist also auch nicht mehr als eine theoretische Möglichkeit, auf die man das “WIR aber werden in Kontakt bleiben” schieben kann. Dabei kann Facebook.com genauso gut morgen nicht mehr existieren.
Ich schreibe grade vielleicht etwas unkoordiniert, was daran liegt, dass ich selbst keine Ahnung habe ob es nun tatsächlich unterstützend wirkt oder doch nur ein Irrtum ist.
Die Zukunft wird zeigen ob und wie intensiv ich noch Facebook nutzen werde, denn mögen tue ich es nicht wirklich. Ich habe kein Problem mit der Privatsphäre und sonstigen Diskussionen die sich im Allgemeinen um Facebook ranken, was ein jeder im Internet veröffentlicht muss jeder mit sich selbst ausmachen und es sollte jedem bewusst sein, dass (und das ist komplett unabhängig von Facebook) seine Daten nicht Privat unbedingt bleiben, was im Übrigen auch außerhalb des Internets, nur dort nicht für jedermann ebenso einfach zu erreichen, genauso ist.
Das was mir an Facebook, sowie an jedem Sozialen Netzwerk, welches speziell auf Freundschaften ausgelegt ist (Twitter würde ich hier etwas ausnehmen), missfällt ist die falsche oder gar nicht erst vorhandene Darstellung von Freundschaften.
Natürlich steht am Anfang die Frage was sind eigentlich Freunde, ich halte es zwar für total bescheuert wenn ich auf Facebook von einem Wildfremden eine Anfrage erhalte und dennoch gibt es zwischen Mitschülern und engen Freunden einen gewaltigen Unterschied. Über Gruppen lässt sich vielleicht einiges sortieren und auch die Google Plus’ Circle ist kein ganz doofer Ansatz. Ich habe auch in irgendeinem Blog kürzlich die Idee gesehen in solchen Kreisen nochmals Zeichen engen Freunden oder Arbeitskollegen und entfernteren zu unterscheiden. Ebenfalls kein bescheuerter Ansatz, doch denke ich besteht in all diesen Ideen ein entscheidender Fehler. Es ist die falsche Herangehensweise.
Alle bisherigen Netzwerke sind Personenbasiert, aber mal ehrlich, die Personen an sich wären austauschbar, ich könnte doch mit Peter genauso befreundet sein wie mit Paul.
Alle bisherigen Sozialen Netze sind eher ein Personenregister, das Was Freundschaft ausmacht sind Geschichten.
Gemeinsam Erlebtes ist doch der Kerninhalt einer Freundschaft. Lass es gemeinsame Fussballspiele, Partys, Wanderungen, Zugfahrten oder Gin Tonics sein. Sind nicht diese der Bestandteil der Freundschaft, viel mehr als der Freund selbst, natürlich spielen die Freunde eine wichtige Rolle, ohne ihr Verhalten, ihr Sein, wären die Ereignisse nicht zustande gekommen. Aber worüber ist mehr zu erzählen, über die Freunde selbst oder über gemeinsame Erlebnisse?
Natürlich ist beides schwer zu trennen, aber die Profilseite einer meiner Freunde bietet doch praktisch keinen Inhalt für mich. Die Profilseite ist Selbstdarstellung und spiegelt mein Verhältnis zu dieser Person nicht im Geringsten wider.
Wen interessiert schon der Mensch und nicht das zwischenmenschliche?
Ein beziehungsbezogenes Netzwerk wäre besser, ich habe keine wirkliche Ahnung, wie das umzusetzen ist, als erstes würde ich jedoch die Profilseite weglassen.
Ein Freund ist keine Person, er ist eine Geschichte.

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