Gegendarsteller

Hallo

Man nennt mich Fidel, Ich mache Interaction & Web Design. Hier geht es aber auch um Anderes.
Wer mag, darf mir folgen, mich abonnieren, oder sehen was ich wirklich mache.

Pausengespräche 09. November 2011

Pausen sind ja auch was ganz anderes im Studium als noch zu Schulzeiten, es gibt weniger und sie sind länger. Zumindest trifft das auf die vorgegebenen Zeiten zu, in Realität ist das natürlich nochmal was Anderes, je nachdem ob man selbst arbeitet oder ob man sich vom Dozenten zuquatschen lässt. Wobei selbst da schwanken die Zeiten, wir haben also nicht immer um zehn eine halbe Stunde Pause, sondern irgendwann um diese Zeit. Mir ist das egal, nein, ich finde das sogar besser so. Das beste ist ja, dass man die nervigen Idioten nicht hat, die schon zehn Minuten zuvor ihr Zeug zusammenpacken und den Lehrer nicht ausreden lassen, ist sicherlich so ein Erziehungsding, aber ich hab das stets als Unhöflichkeit gegenüber Lehrer und vor allem den Mitschülern angesehen. Nur um das klarzustellen, ich war nie der, der als letztes aus dem Zimmer geht, es hat mich auch nicht immer interessiert was der Lehrer zu sagen hat und nicht selten wollte ich auch lieber in die Pause so früh wie möglich. Dabei habe ich jedoch versucht immer höflich zu bleiben, aber ich hatte auch nie Probleme damit mein Zeug zusammenzupacken, mal ehrlich was ist so schwer daran sein Zeug in die Tasche zu bewegen. Ich hatte auch nie viel ausgepackt, meist nur Papier und einen Stift, aber das reicht auch grösstenteils, oder? Und wenn wir schon dabei sind, am besten waren doch immer die, die Angst hatten, wenn der Lehrer mal überzieht, zu spät zum nächsten Unterricht zu kommen, aber was gibt es überhaupt für eine bessere Entschuldigung zu spät zu kommen?
Egal, worauf ich eigentlich hinaus wollte waren die Pausen. In der Schule verbrachte man ja die Pausen praktisch immer mit den gleichen Leuten, natürlich gibt es im Laufe der Jahre Unterschiede und Veränderungen, aber der einzige grössere Umbruch dies bezüglich war der Wechsel vom Nichtraucher zum Raucher. Daraus ergeben sich aber meist ähnliche oder gleiche Gesprächsthemen, die beiden Geschichtsleistungskurler sprachen ständig über irgendwelche Waffensysteme, Wir (Englisch) sprachen Grösstenteils über die Sinnlosigkeit der letzten beiden Stunden und, naja, die aus Physik haben bis auf einen ohnehin nicht geraucht, daher hab ich keine Ahnung über was die so sprechen. Und dann gab’s natürlich auch noch das, was man heutzutage manch einer auch gerne als “dissen” bezeichnet, das Opfer wurde je nach Stimmung ausgewählt und war meist jemand der Anwesenden.
Aber was solls, jetzt ist das anders und ich würde sagen es ist besser so, wir sind schliesslich in Gruppen die immer mal wieder wechseln, und die Pausen überschneiden sich mest so, dass man Anfangs auf andere stöst, und später andere auf einen zustossen. Man könnte hier also von einem angenehmen, regen Wechsel sprechen. Raucher brauchen hier zum Glück auch das Gelände nicht zu verlassen, so das hier die Trennung einzig an kalten Tagen existiert.
Die Vielfältigkeit der Unterhaltungen kommt natürlich auch durch die Unterschiedlichen Interessen der Studenten zusammen, ein angehender Interaction-Designer hat freilich wenig mit Textil-Design zu tun. Natürlich kann ich nicht verhindern, das Textildesign als Thema aufkommt, aber ich will das auch gar nicht. Ich kann halt nicht viel dazu sagen, dennoch ist es enorm spannend zu erfahren was die so machen. Eben dieser angenehme, rege Austauch.
Manch einer mag hier argumentieren, dass die Interessen unter Schülern noch unterschiedlicher sind, was wohl ebenso Nährboden für einen für einen regen Diskurs geben würde. Doch muss man sich nur mal vorstellen, ein Biologie-, ein Physik-, ein Sprach- ein Geschichts- und ein Kunstinteressierter versuchen sich zu unterhalten. Das ist zu viel. Geschichte und Sprache finde ich auch noch spannend und Biologie undPhysik würde ich wohl auch spannend finden wenn ich den Zugang dazu hätte, den erhalte ich haber nicht in einem Diskurs unter fünf Leuten sondern allenfalls in einem ruhigen Gespräch mit dem jeweilig Interessierten.
Wir hier haben schon mal eine gemeinsame Grundlage, das Design, die einzelnen Spezialisierungen unterscheiden uns zwar doch überschneiden sie sich ohnehin, es wäre ein Schelm, der sich nicht über die seine hinausbewegt.

WG 05. November 2011

Hi, ich bin grad auf Wohnungssuche, oder besser gesagt WG-Zimmer-Suche, was anderes ist in Zürich ja kaum leistbar, Ich hatte das auch mal auf Twitter erwähnt, wurde drei-, viermal retweetet, aber das was dann auch.
Wie also findet man ein Zimmer, wenn grad auch keiner der Freunde grad was weiss? Einfach mal googlen denkt man sich da, und man findet auch so ein paar Seiten, die so “Anbieten und Suchen” aufgebaut sind. Doch sind diese Seiten so hässlich und unübersichtlich aufgebaut, dass ich sie am liebsten gleich wieder schliessen möchte. Zusätzlich muss man sich da gleich anmelden, wenn man nur mal was bezüglich eines Zimmers nachfragen möchte. Ich meine, das ist ohnehin schon bekloppt. Zürich ist beliebt, ist eine Studentenstadt und es gibt wenig Platz. Daher sind, so habe ich gehört, auch die WG-Besichtigungsanfragen schon masslos, könnte man das nicht eindämmen, wenn man sich etwas näher vorstellt, ein paar Sachen erwähnt die in jener WG als wichtig erwähnt werden. Aber da sind dann immer so Sachen, wie man solle nicht zu ordentlich und nicht zu unordentlich sein, ich hätte da eher Probleme beim Zweiten, aber was heisst das überhaupt, dieses “nicht zu […] und nicht zu un[…]“?
Was soll man damit anfangen? Fotos vom Normalzustand der Wohnung: Fehlanzeige, dabei würden sie so viel aussagen. Ich habe ohnehin keinen Bock auf ‘ne WG mit diesen Hip-Hoppern und solchem Pack. 3 Fotos der WG und Fotos der WG-Bewohner würden das einschränken. Oder hat man am Ende eh keine Wahl und muss sowieso mit Idioten zusammenwohnen? Wohl kaum, die Leute, die ich hier kenne, sind überwiegend sehr sympatisch, ausserdem haben die Vermieter eh die Wahl, selbst wenn es Idioten wären, könnten sie das ja erwähnen, um sicher zu gehen, das sie sich mit gleichgesinnten zusammenfinden.
Theoretisch wäre es auch möglich, dass sich irgendwelche möchtegern-coolen Leute, die mit den wirklich Coolen zusammen wohnen wollen und sich an den coolsten Bewerber in jeglicher Hinsicht ausrichten, heuschreckenartig über Zürich verbreitet haben, dabei würden dann wahrscheinlich die beliebten Mitbewohner bereits nach kurzer Zeit die WG wieder wechseln. Und ist es nicht so, dass immer die Gleichen ständig wieder auf WG-Suche sind?
Vielleicht sind WG-Bewohner auch grundsätzlich Gutmenschen, die daher von vornherein niemanden abschrecken und somit ausschliessen wollen. Aber gibt es solche Gutmenschen überhaupt? Selbst wenn, wären diese dann so gehäuft und wöllte ich dann überhaupt noch in einer WG wohnen?
Ich bin ja kein Verschwörungstheoretiker (Bis auf das mit der Bahn und der Kofferindustrie, da bin ich mir absolut sicher), aber wäre es nicht auch möglich, dass immer nur behauptet wird, es gäbe kaum freie WG’s, freilich eine Gewagte These, schliesslich wären Verwandte und Freunde involviert. Letztlich bei der Frage “Qui bono?” scheintdiese These auch zu fallen. Was aber, wenn es keine klassische Verschwörung, keinen grossen geheimen Plan gibt. Bei genauerem Hinsehen muss ich feststellen, das ich nicht wirklich so viele kenne, die in einer WG wohnen, vielleicht sogar nur vorgeben in einer WG zu wohnen.
Nach der Registrierung auf der Internetseite, habe ich also einfach mal einen passend klingenden Eintrag gewählt (ich suche lediglich für einen kurzen Zeitraum von Anfang Dezember bis Februar nächsten Jahres), erhielt darauf auch eine Antwort, dass ich doch Heute, also eine Woche nachdem ich die Antwort erhielt, um 21:00 Uhr zur Besichtigung vorbeikäme. Ich war zehn Minuten später da, wie man mir sagte, seien die Anderen schon dagewesen. Die Besichtigung dauerte auch nicht lange, füllte aber doch knappe zehn Minuten, was wiederum bedeuten würde, dass selbst wenn andere Besichtiger exakt pünktlich da gewesen wären, da bei mehreren Besichtigern die Besichtigung sicherlich eher länger andauert, ich sie zumindest aus dem Haus gehen gesehen hätte. Vielleicht wurden auch Einzelbesichtungen vorgesehen, wieso sollte ich dann aber der letzte gewesen sein, zumal ich nur wenige Stunden nach Aufstellung des Inserats schon geantwortet hatte.
Ich weiss, es wirkt absurd, vielleicht ist die massenhafte WG-Suche eben doch einfach nur ein Gerücht, das von den einen als Ausrede aufrecht gehalten wird, um noch länger bei den Eltern wohnen zu können, allein das Essen mag vielen da schon Grund genug sein. Und die Fake-Gutmenschen freuen sich darüber ihr freies WG-Zimmer teurer vermieten zu können.

Fertigstellen 22. September 2011

Seit einem Monat hab ich hier nichts mehr veröffentlicht. Man würde so vielleicht auch ein paar Leser vergraulen, da ich die laut dem Statistikteil ohnehin nicht wirklich habe ist das nicht so schlimm.
Natürlich werde ich auch kaum neue Leser bekommen, wenn ich nur selten was schreibe und das ist doof. Mir ist natürlich nicht daran gelegen einen der grössten deutschsprachigen Blogs zu haben, mir wäre das irgendwie auch zu stressig, und doch kann es nicht schaden eine kleine Community um diesen Blog herum zu haben. Da ich jetzt Student an der Zürcher Hochschule der Künste bin, und da ab und an ganz interessante Produkte rausfallen, hätte ich gerne eine Plattform auf der ich diese veröffentlichen kann. Das Animationsvideo, welches innerhalb der letzten vier Wochen entstanden ist, halte ich, bis auf einige technische Fehler, für sehr gelungen. Das Projekt ist Heute offiziell beendet, natürlich habe ich weiterhin die Möglichkeit, die Fehler zu beheben, nur Frage ich mich inwiefern das nötig ist. Es wäre schon schöner, wenn diese behoben wären, doch sind diese extrem Zeitaufwändig, da Adobe’s After Effects auch gerne mal beim Rendering zusammenbricht.

Ich weiss, wie ich diese Fehler beheben kann, ich weiss, dass es mühsam wird und dass der Nutzen den Ich direkt daraus ziehen kann, wie die Verbesserung meiner Kenntnisse in diesem Programm, sehr gering ist. Diese Haltung ist zwar logisch, führt jedoch am Schluss zu nie wirklich fertigen Produkten. Die Sachen, die ich wirklich fertiggestellt habe, sind die, bei denen ich einen festen Abgabetermin hatte und vor allem Geld im Gegenzug erhalten habe. Wobei Fertigstellung natürlich auch nicht klar definiert ist, so habe ich ein Script geschrieben, welches Mausgesten erkennt und verwerten kann, dies ist fertig und funktioniert einwandfrei, nur habe ich nie ein Projekt fertiggestellt, das Script verwendet.
Eine Möglichkeit wäre, die Fertigstellung anhand des Nutzens zu bewerten, möchte ich jedoch ein Projekt in mein Portfolio aufnehmen mit dem ich mich bewerben möchte und meine Bewerbung scheitert, dann ist es für diese Bewerbung zu spät das Projekt zu überarbeiten.
Man kann die Fertigstellung natürlich auch an der Rezeption anderer festmachen, aber auch die Bestbewertung nimmt einem nicht die Fehler.
Im Zweifelsfall kann man die Fertigstellung auch an seine eigene Zufriedenheit binden und verschiebt das Problem auf die festlegung der eigenen Ansprüche.
Ein vollkommen anderer Ansatz wäre seine Projekte nie als Fertiggestellt zu betrachten. Aber was nützt das einem? Macht das am Ende überhaupt einen Unterschied? Und geht das überhaupt?
Ein Blog ist ja von Natur aus ein unfertiges, beziehungsweise ein sich Entwickelndes Projekt, Aber die Texte sind im Normalfall doch abgeschlossen, es sei denn ich beziehe mich, aus welchen Gründen auch immer, auf einen Vergangenen Artikel.
Ich finde es toll zu sehen, wie sich ein Blog entwickelt, wie sich der Autor entwickelt und auch was sich um Den Blog herum, also wie sich zum Beispiel die Community entwickelt.
Ich denke jede Veröffentlichung im Internet steht und fällt mit Leuten die sich anschauen, was man schreibt, oder sonst wie veröffentlicht.
Des Weiteren können diese Leute einem helfen. Ich suche derzeit ein Zimmer in einer WG in Zürich für unter 400chf, Dabei mache ich mir keine grossen Hoffnungen über diesen Weg was zu finden, hätte ich mehr Leser wäre es vielleicht erfolgreich.
Letztendlich funktioniert ein Blog nur über das Zusammenspiel zwischen Produzent und Rezipient. Das gilt eigentlich für alles Mögliche, im Gegensatz zu dem meisten Anderen, ist aber nirgendwo so leicht möglich direktes Feedback zu erhalten.

Animationsfilm

Ein Freund ist keine Person, er ist eine Geschichte. 19. August 2011

Es dauert wohl, bis man Freundschaften nicht mehr als selbstverständlich betrachtet. Vielleicht ist selbstverständlich auch das falsche Wort, ich möchte eher auf den Wert, auf den persönlichen Wert, einer Freundschaft hinaus.
Ich habe die Stadt verlassen in der die meisten der Freundschaften entstanden sind, die mir wichtig sind. Die Stadt in der auch die meisten der mir wichtigen Freunde noch sind. Auch das wird sich ändern, recht bald. Nicht nur weil auch ebendiese Freunde die Stadt verlassen, die auch daher zumindest etwas meine Heimatstadt geworden ist, auch wenn ich gerne bestreite Dresden als meine Heimatstadt zu bezeichnen, denn auch dahin bin ich gezogen, sondern auch weil ich schon bald durch mein Studium neue Freunde hier finden werde.
Es ist nur diese eine Woche, die jetzt fast zu Ende ist, in der ich hier niemand habe, mit dem ich ausgehen, mit dem ich mich unterhalten kann habe.
Eigentlich nichts zu besonderes, schließlich gilt ähnliches für die meisten Reisen der vergangenen Jahre. Anders ist jedoch, dass ich weiß, dass ich meine alten Freunde so bald nicht wieder sehen werde. Einige werde ich vielleicht sogar nie mehr sehen.
Wieviel ich mit jenen Freunden überhaupt noch zu tun habe, kann ich natürlich überhaupt nicht sagen. Im Vergleich zu Generationen vor uns, sind wir ja deutlich besser verbunden. Facebook führt mir schließlich fast Alle aus meiner Klassenstufe als Freunde auf. Natürlich bin ich nicht mit jedem befreundet, um ehrlich zu sein, habe ich sehr viele blockiert, da mich nicht wirklich interessiert was diese machen, speziell welche Facebookanwendungen sie nutzen. Aber das ist egal, schließlich hätte ich ja dennoch die Möglichkeit über Facebook mit ihnen Kontakt aufzunehmen, sollte ich mich irgendwann mal danach sehnen.
Ich gehe prinzipiell nicht davon aus, dass Facebook an dem Umgang mit alten Freunden viel ändern kann, was es aber ermöglicht ist, sofern beide Seiten gewillt sind, eine alte Freundschaft recht unkompliziert wieder aufleben zu lassen. Zumindest könnte man mal, wenn man sich grade in der selben Stadt aufhält, ein Bier oder ein Kaffee zusammen trinken.
Was uns bleibt ist also auch nicht mehr als eine theoretische Möglichkeit, auf die man das “WIR aber werden in Kontakt bleiben” schieben kann. Dabei kann Facebook.com genauso gut morgen nicht mehr existieren.
Ich schreibe grade vielleicht etwas unkoordiniert, was daran liegt, dass ich selbst keine Ahnung habe ob es nun tatsächlich unterstützend wirkt oder doch nur ein Irrtum ist.
Die Zukunft wird zeigen ob und wie intensiv ich noch Facebook nutzen werde, denn mögen tue ich es nicht wirklich. Ich habe kein Problem mit der Privatsphäre und sonstigen Diskussionen die sich im Allgemeinen um Facebook ranken, was ein jeder im Internet veröffentlicht muss jeder mit sich selbst ausmachen und es sollte jedem bewusst sein, dass (und das ist komplett unabhängig von Facebook) seine Daten nicht Privat unbedingt bleiben, was im Übrigen auch außerhalb des Internets, nur dort nicht für jedermann ebenso einfach zu erreichen, genauso ist.
Das was mir an Facebook, sowie an jedem Sozialen Netzwerk, welches speziell auf Freundschaften ausgelegt ist (Twitter würde ich hier etwas ausnehmen), missfällt ist die falsche oder gar nicht erst vorhandene Darstellung von Freundschaften.
Natürlich steht am Anfang die Frage was sind eigentlich Freunde, ich halte es zwar für total bescheuert wenn ich auf Facebook von einem Wildfremden eine Anfrage erhalte und dennoch gibt es zwischen Mitschülern und engen Freunden einen gewaltigen Unterschied. Über Gruppen lässt sich vielleicht einiges sortieren und auch die Google Plus’ Circle ist kein ganz doofer Ansatz. Ich habe auch in irgendeinem Blog kürzlich die Idee gesehen in solchen Kreisen nochmals Zeichen engen Freunden oder Arbeitskollegen und entfernteren zu unterscheiden. Ebenfalls kein bescheuerter Ansatz, doch denke ich besteht in all diesen Ideen ein entscheidender Fehler. Es ist die falsche Herangehensweise.
Alle bisherigen Netzwerke sind Personenbasiert, aber mal ehrlich, die Personen an sich wären austauschbar, ich könnte doch mit Peter genauso befreundet sein wie mit Paul.
Alle bisherigen Sozialen Netze sind eher ein Personenregister, das Was Freundschaft ausmacht sind Geschichten.
Gemeinsam Erlebtes ist doch der Kerninhalt einer Freundschaft. Lass es gemeinsame Fussballspiele, Partys, Wanderungen, Zugfahrten oder Gin Tonics sein. Sind nicht diese der Bestandteil der Freundschaft, viel mehr als der Freund selbst, natürlich spielen die Freunde eine wichtige Rolle, ohne ihr Verhalten, ihr Sein, wären die Ereignisse nicht zustande gekommen. Aber worüber ist mehr zu erzählen, über die Freunde selbst oder über gemeinsame Erlebnisse?
Natürlich ist beides schwer zu trennen, aber die Profilseite einer meiner Freunde bietet doch praktisch keinen Inhalt für mich. Die Profilseite ist Selbstdarstellung und spiegelt mein Verhältnis zu dieser Person nicht im Geringsten wider.
Wen interessiert schon der Mensch und nicht das zwischenmenschliche?
Ein beziehungsbezogenes Netzwerk wäre besser, ich habe keine wirkliche Ahnung, wie das umzusetzen ist, als erstes würde ich jedoch die Profilseite weglassen.
Ein Freund ist keine Person, er ist eine Geschichte.

Verspätung, wie immer. 13. August 2011

Immer wieder hört man, wie sich Leute über die Bahn beschweren, abseits von ausgefallenen Klimaanlagen oder Durchfahrten durch Wolfsburg, die durch die Presse getragen werden, handelt es sich hierbei meist um Verspätungen oder verpasste Anschlüsse.
Es ist völlig klar, dass sich Verspätungen nicht vermeiden lassen und das nicht jeder Zug auf jeden warten kann, ohne dass das gesamte Netz zusammenbricht.
Die Bahn bietet ja für solche Fälle auch einen relativ guten Service: Die Angabe alternativer Reiserouten, bezahlte Taxifahrten und Hotelübernachtungen. Zu selten werden Allerdings Einsatzzüge bereitgestellt, sodass manche Alternativroute schlichtweg überfüllt ist. Schuld daran sind sicherlich auch die Wochenendstickets, Quer-Durchs-Land-Tickets, und eben all jene, die kaum oder, wie alle zugbindungsfreien Tickets, nur begrenzt viel Informationen über das Fahrgastaufkommen auf bestimmten Strecken verraten. Über Monate und Jahre hinweg sollte es der DB aber trotzdem möglich sein das Fahrgastverhalten so zu analysieren um überfüllte Züge oder etwaige Problemstrecken möglichst vermieden werden.
Ich möchte nicht ausschließen, dass solche Analysen getätigt werden anhand derer Fahrplanoptimierungen durchgeführt werden, doch lässt sich sowas als Fahrgast nur schwer feststellen. Zumindest stellt man nur fest, wenn solche Analysen nicht getan werden oder deren Umsetzung versagt.
Wie bereits erwähnt bin ich größtenteils mit der Bahn zufrieden, auch kann ich meist das nötige Verständnis aufbringen, um das gebeten wird.
Allerdings ist mir in den vergangenen vier Jahren eine Strecke aufgefallen, für die ich kein Verständnis mehr aufweisen kann. Wieder sitze ich in dem Zug (derzeit zwanzig Minuten Verspätung), der mir in den letzten vier Jahren als wichtige Verbindung von Dresden aus in den Süden Deutschlands und darüber hinaus zu reisen.
Fast fünf Stunden sollte eben jener IRE benötigen um nach Nürnberg zu gelangen. Die Ergänzung “Express” wirkt zwangsweise ironisch, wenn man bedenkt wie weit man auf anderen Zugstrecken in dieser Zeit kommt.
Ich könnte jetzt ausführlich die Erlebnisse dieser Fahrten Schildern, die ja im Nachhinein ganz amüsant wirken. So kostete das Europa-Spezial-Ticket die Bahn etwa 110 Schweizer Franken für mein Taxi, der Zug musste wegen defekter Toillette einen 25-minütigen Zwischenstopp einlegen, etliche Fahrgäste erreichten vorletzte Weihnachten nicht ihr Ziel, da der Zug bereits in Dresden gnadenlos überfüllt war (ganz gut war auch eine Durchsage, die darüber informierte, dass “alle Anschlüsse selbstverständlich nicht” erreich werden oder die Bezeichnung einer Verspätung als “planmäßige Verspätung”).
Ich denke, dass man hier keinesfalls mehr von unglücklichen Zufällen sprechen kann (ich kann mich nicht errinern in diesem Zug jemals nicht mindestens 10 Minuten verspätung gehabt zu haben), noch viel mehr denke ich, dass es eigentlich eine erbärliche Unverschämtheit ist, jedesmal erneut um Entschuldigung zu bitten.
Nach Angaben anderer Reisender (ich habe es nicht überprüft) wurde diese Strecke sogar zu einer ICE-kompatiblen umgebaut (oder man hatte zumindest damit angefangen), wurde jedoch bei der “Jahrhundertflut” 2001 oder 2002 glaube ich, beschädigt und das Projekt somit begraben.
Ich vermute, dass hier ein Fehler im Analyse System der Deutschen Bahn vorliegt, da sicherlich recht viele Fahrgäste auf die preiswerten aber komplett unverbindlichen Regionalzug Fahrkarten setzen, wird die Bedeutung der Strecke unterschätzt. In der Verkaufsstatistik der Fahrkarten fällt diese Strecke weg, was sicherlich anders wäre wenn man ein Blick auf die Verbindungsanfragen werfen würde.
Auch wenn ich das unverbindliche Ticket kaufe, ich wäre trotzdem an einer Schnellzugverbindung interessiert gewesen, und wäre auch bereit gewesen dafür mehr zu zahlen.
Nun ist es vorerst das letzte Mal, dass ich diese Strecke fahre und die Zukunft dieser Verbindung könnte mir egal sein, aber es gibt auch gewisse Grenzen, die das amüsante bei weitem übersteigen.
Die Person, die neben mir sitzt, wird ihren Anschluss nicht erreichen, die Bahn möchte sie jedoch nicht ICE fahren lassen, ihr aber dafür ein Hotel in Berlin (so weit würde sie noch kommen) bezahlen. Ich hätte ja nichts gegen eine Nacht in Berlin einzuwenden, doch ist die Frau neben mir schon seit 24 Stunden unterwegs und schwerbehindert.
Sie würde liebend gerne noch Heute zu Hause ankommen.